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auf der Internetseite des Landesverbandes Frauenberatung Schleswig-Holstein (LFSH) e.V. Der LFSH ist der Dachverband der Frauenberatungsstellen und Notrufe in Schleswig-Holstein und hat seinen Sitz in Kiel.

Auf dieser Seite finden Sie alle aktuellen Informationen über den Verband und die Unterstützungsangebote vor Ort.

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Die ersten Frauenbeauftragten in Werkstätten für Menschen mit Behinderung machen sich auf den Weg!

„Wir machen uns stark“, unter diesem Motto machen sich die ersten 10 Frauen in ihrem Amt als Frauenbeauftragte in Werkstätten für Menschen mit Behinderung zusammen mit mixed pickles e.V. auf den Weg. Am 6. Februar 2018 findet in Rendsburg die erste landesweite Weiterbildung für die im November 2017 erstmals gewählten Frauenbeauftragten in Werkstätten für Menschen mit Behinderung statt. Die Weiterbildung wurde vom Landesnetzwerk für Frauen mit und ohne Behinderung in Schleswig-Holstein, mixed pickles e.V. initiiert. Gemeinsam mit dem IBAF-Institut für berufliche Aus- und Fortbildung wird die Schulungsreihe in Rendsburg angeboten. Finanzielle Unterstützung gab es dafür vom Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung.

Frauenbeauftragte sind Beraterinnen auf Augenhöhe, sie kennen die Lebens- und Problemlagen von Frauen mit Behinderung in Werkstätten. Als Expertinnen hören sie ihren Kolleginnen zu, geben Tipps, vermitteln an Beratungsstellen oder bieten Angebote speziell für Frauen an. Ihre wesentliche Aufgabe ist die Interessenvertretung und Beratung der weiblichen Beschäftigten.

„Viele Frauen trauen sich eher zu mir zu kommen, als eine Beratungsstelle aufzusuchen. Sie kennen mich und ich weiß wie es in der Werkstatt läuft, also kann ich gut helfen. Die Themen sind ganz unterschiedlich, dass kann von Liebeskummer bis zu sexualisierten Gewalterfahrungen reichen. Deswegen ist es auch wichtig, dass die Frauenbeauftragten eine gute Schulung bekommen.“, so Susann Schwentke, ehemalige Frauenbeauftragte und Trainerin für Frauenbeauftragte.

Mit der Änderung des Bundesteilhabegesetzes 2016 wurde auch die Werkstätten-Mitwirkungs-Verordnung novelliert. Daraufhin wurden im Herbst 2017 zum ersten Mal Frauenbeauftragte in den Werkstätten gewählt, die nun von mixed pickles für ihr Amt geschult werden. „Die Novellierung ist ein toller Erfolg, der die Selbstbestimmung und Stärkung von Frauen mit Behinderung und damit die Gleichstellung von Frauen und Männern voran bringt.“, so Christine Czygan, Trainerin für Frauenbeauftragte von mixed pickles e.V..

Frauenbeauftragte in Werkstätten für Menschen mit Behinderung sind ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen mit Behinderung. „Im Netzwerk mit Frauenfachberatungsstellen und Hilfeeinrichtungen vor Ort wollen wir der hohen Gewaltbetroffenheit ein Netz an Hilfen entgegensetzen. Dies wird auch unterstützt durch das Inkrafttreten der Istanbul Konvention in Deutschland am 1. Februar 2018.“, so Frau Czygan.

Das besondere an der Weiterbildung ist die Tandemkonstellation der Trainerinnen. Die Schulung wird von einer Fachfrau mit und einer Fachfrau ohne Lernschwierigkeiten durchgeführt, die gemeinsam eine Trainerinnenausbildung absolviert haben. Gleichberechtigt und auf Augenhöhe bringen sie ihre Expertise in die Schulung ein und bereiten die Frauenbeauftragten auf ihre vielfältigen Aufgaben vor.

Die Weiterbildung wird von allen mit großer Spannung erwartet. Zur Begrüßung der Teilnehmerinnen kommt Arne Braun aus dem Büro des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung.

Auch das Interesse der Werkstätten an der Schulung ist groß, so werden 2018 und 2019 noch drei weitere Schulungen in Eutin, Kreis Segeberg und Rendsburg stattfinden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an:

Christine Czygan

Mixed pickles e.V.

Schwartauer Allee 7

23554 Lübeck

0451 – 7021640

info@mixedpickles-ev.de

 

 

 

mixed pickles e.V. ist ein Lübecker Verein für Mädchen und Frauen mit und ohne Behinderung, der sich für die Verbesserung der Lebenssituation für Menschen mit Behinderung einsetzt.

Ab 01. Februar mehr Rechte für gewaltbetroffene Frauen in Deutschland

Der Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein e.V. (LFSH) begrüßt das heutige Inkrafttreten der Istanbul-Konvention als bedeutsamen Meilenstein im Einsatz gegen Gewalt an Frauen und Mädchen in Deutschland.

Das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, bekannt als Istanbul-Konvention, verpflichtet den Staat ab dem 01. Februar dazu, jegliche Form der Gewalt gegen Frauen und Mädchen abzuschaffen und eine gesellschaftliche Gleichstellung durchzusetzen (https://rm.coe.int/1680462535). 

„Wir freuen uns, dass wir mit dem Inkrafttreten der Istanbul-Konvention Gewalt in all ihren Formen künftig noch entschlossener benennen und Gegenmaßnahmen einfordern können. Als Frauenfacheinrichtungen arbeiten wir bereits jeden Tag vorbeugend und schützend. Mit Unterzeichnung der Konvention hat sich der Staat entschlossen, diese Arbeit angemessen auszustatten“, sagt Katharina Wulf, Geschäftsführung im LFSH.

Die Konvention schreibt in Artikel 22 fest, dass es für alle Betroffenen von geschlechtsspezifischer Gewalt Hilfsangebote geben muss. Dazu gehören die Fachberatungsstellen für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen, die in den einzelnen Landkreisen in Schleswig-Holstein tätig sind. Jährliche Auswertungen zeigen hier, dass es einer besseren finanziellen Ausstattung bedarf, um den Anfragen nach Beratungen, Fortbildungen und Prävention nachzukommen.

Entscheidend für die Umsetzung der Istanbul-Konvention wird nun sein, an welcher Stelle diese verankert wird. Aus Sicht des LFSHs ist es zentral, dass an der Koordination auf Bundes- und auch auf Landesebene Facheinrichtungen, Politik und Verwaltung auf Augenhöhe beteiligt werden. „Welchen Stellenwert die Umsetzung der Konvention zukünftig hat, werden wir an der Besetzung eines solchen Gremiums messen. Für Schleswig-Holstein werden wir diesen Prozess kritisch und konstruktiv begleiten,“ so Wulf weiter.

Die #metoo-Debatte des letzten Jahres verdeutlicht, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein strukturelles Problem darstellt. Um gezielt und nachhaltig an den strukturellen Ursachen, wie Sexismus, Diskriminierung und Rassismus zu arbeiten, bietet die Istanbul-Konvention eine überragende Chance, die von den politischen Entscheidungsträgern hoffentlich entsprechend genutzt wird.

 

V.i.S.d.P. Katharina Wulf, Geschäftsführung 

Landesverband Frauenberatung Schleswig- Holstein e.V., Dänische Straße 3-5, 24103 Kiel
Pressekontakt: E-Mail info@lfsh.de Telefon 0431 – 9 96 96 36