Gewalt gegen Frauen digitalisiert sich – Hilfe und Unterstützung auch

Gewaltbetroffene Frauen und Mädchen können ab sofort online Kontakt zu Frauenberatungsstellen und -notrufen in Schleswig-Holstein aufnehmen – kostenfrei, anonym und sicher.

Viele Frauen und Mädchen sind zunächst sprachlos und verunsichert, wenn sie Gewalt erleben. Das Sprechen über das Erlebte fällt schwer, denn Scham- und Schuldgefühle sind groß. Die Frauenfachberatungsstellen und -notrufe in Schleswig-Holstein bieten Hilfe und Beratung. Vermehrt wünschen sich Betroffene, die Beraterinnen einfach und sicher online kontaktieren zu können. Hierfür wurde text us entwickelt. text us ist ein Programm, in dem Nachrichten und Chats ausgetauscht werden, die sicher verschlüsselt und damit vor den Augen Dritter geschützt sind. Ab sofort bieten 20 Frauenberatungsstellen und -notrufe in Schleswig-Holstein text us an.

Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack stellte das Angebot heute zum Auftakt gemeinsam mit Katharina Wulf, der Geschäftsführerin des Landesverbands Frauenberatung Schleswig-Holstein, Pamela Zimmermann, Beraterin in der Frauenberatungsstelle Eß-o-Eß, sowie Gyde Opitz, Abteilungsleiterin Kommunikation und Gesellschaftliches Engagement im Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein, vor. „Sicherheit umfasst mehr denn je auch den Schutz persönlicher Daten“, betonte die Ministerin. „Je mehr die eigene digitale Identität an Bedeutung gewinnt, desto schützenswerter wird sie. Ich freue mich sehr, dass die Sparkassen Schleswig-Holsteins sich in der Digitalisierung der Frauenberatungsstellen engagieren.“

Warum hohe Sicherheitsstandards gerade im Zusammenhang mit geschlechtsspezifischer Gewalt so wichtig sind, erklärte Katharina Wulf: „Digitalisierung bedeutet auch, dass sich Gewalt gegen Frauen im digitalen Raum fortsetzt. Viele gewalttätige Männer überwachen zum Beispiel die Online-Kommunikation ihrer (Ex-)Partnerin. Ein Passwort, das einmal als vermeintlicher Liebesbeweis geteilt wurde, kann ihnen Zugang zum Smartphone und den E-Mails der Partnerin verschaffen. Deshalb wollen wir Frauen und Mädchen einen einfachen und sicheren Weg bieten, sich bei uns zu melden. Wir möchten alle Betroffenen ermutigen: Ihr seid nicht allein – text us.

Entstanden ist die Idee für text us im Rahmen der Schleswig-Holsteinischen Initiative für Frauen (SCHIFF). Finanziert wird text us von den Sparkassen Schleswig-Holsteins. „text us ist ein wichtiges und zeitgemäßes Angebot für betroffene Frauen und Mädchen. Gerade in der aktuellen Situation, in der persönliche Beratung nach wie vor nur eingeschränkt möglich ist, kommt der digitalen Kontaktmöglichkeit eine besondere Bedeutung zu. Gerne ermöglichen wir mit unserer Unterstützung den Betroffenen diesen weiteren Zugang zu Beratung und Hilfe“, sagte Gyde Opitz.

text us können Ratsuchende rund um die Uhr und über jedes Gerät nutzen – den eigenen Laptop, das Smartphone einer Freundin oder im Internetcafé. www.lfsh.de/textus

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