Liebe hat viele Facetten. Gewalt gehört nicht dazu.

Die schleswig-holsteinische Kampagne „Männlichkeit entscheidest Du“ geht in die zweite Runde. Zum Valentinstag machen vier weitere Schleswig-Holsteiner deutlich: Liebe hat viele Facetten. Gewalt gehört nicht dazu.

Wie häufig vor allem in Beziehungen Gewalt gegen Frauen verübt wird, sorgt immer wieder für Erschrecken. Um das zu verändern, reicht Empörung alleine nicht aus. Das finden auch Akintunde, Fabian, Gazi und Heli. Die vier Schleswig-Holsteiner setzen sich gegen Rollenbilder ein, die Abwertung, Sexismus und körperliche Gewalt gegen Frauen befördern. Sie wollen weitere Männer motivieren, sich mit den Anforderungen an Männlichkeit auseinanderzusetzen und zu überlegen: Welche Art Mann möchte ich sein? Pünktlich zum Valentinstag sind ihre Botschaften landesweit an Litfaßsäulen und Großflächen zu sehen.

Gazi plädiert dafür, dass Männer Verantwortung für ihr eigenes Verhalten übernehmen, anstatt sich über das Verhalten der Partnerin zu definieren: „Was sie tut, ist keine Schande. Gewalt gegen sie schon.“  Sensibilisiert für das Kampagnenthema ist Gazi auch durch die Gewalt, die er als Kind in der eigenen Familie (mit)erlebt hat.

Heli ist Mitglied bei „Kuhle Wampe“, einem sozial und politisch engagierten Motorradclub, bei dem Gleichstellung im Grundsatzprogramm steht. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass die Folgen häuslicher Gewalt Betroffene ein Leben lang begleiten können. Was er als Kind miterlebte soll Kindern und Frauen heute erspart bleiben. Deshalb ist ihm so wichtig, klarzustellen: „Was ein Leben lang weh tut, war kein Versehen.“

Dass Gewalt gegen Frauen inakzeptabel ist, hat Akintundes Vater nicht nur ganz selbstverständlich vorgelebt, sondern auch aktiv mit seinem Sohn besprochen. Das hat den heute 31-jährigen stark geprägt: „Wenn du das Gefühl hast, Stärke demonstrieren zu müssen, dann läuft etwas falsch.“

„Liebe und Sexualität brauchen Selbstbestimmung, alles andere wäre Gewalt“, diese Botschaft vermittelt Fabian nicht nur in der Kampagne. Zur Zeit macht er eine Ausbildung zum Peer-Berater, um Menschen mit Behinderungen zu den Themen Partnerschaft und gewaltfreies Miteinander beraten zu können.

Auf Anfrage stehen die Männer für Interviews zur Verfügung.

Möglich gemacht haben die Kampagne der Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein (LFSH) gemeinsam mit dem Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung. Die Ministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack: „Akintunde, Fabian, Gazi und Heli zeigen mit ihrer Haltung und Biographie, wie wichtig es ist, dass Männer für Gleichstellung und Gewaltschutz Position beziehen. Ich erhoffe mir, dass dadurch weitere Männer zum Nachdenken über Männlichkeitsbilder motiviert werden. Das ist das Ziel.“

Zurück