Wir trauern: Aufruf zur Mahnwache in Preetz

Nach der Mahnwache in Flensburg findet nun eine weitere Mahnwache in Preetz statt. Es folgt der Aufruf des Frauenhauses Kreis Plön:

Bewohnerinnen, Mitarbeiterinnen und Vereinsfrauen in den Autonomen Frauenhäusern Kreis Plön, Lübeck, Flensburg, Kiel, Neumünster, Pinneberg, Dithmarschen und Ostholstein sind erschüttert, zornig und traurig. Innerhalb einer Woche wurden zwei Frauen in Preetz und Flensburg ermordet, einen weiteren Mordversuch gab es in Kiel. Die Angehörigen bleiben fassungslos und in Trauer und Schmerz zurück. Wir möchten Ihnen unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl ausdrücken.

Zu diesem Zweck laden wir ein, am Donnerstag, den 18.04.19, mit uns in Gedenken an die ermordeten Frauen zu trauern und ein Licht anzuzünden. Wir treffen uns um 15.00 Uhr auf dem Markt in Preetz am Quellstein und werden von dort um 15.30 Uhr zu einem Lichtermarsch aufbrechen.

 

Aus unserem Frauenhausalltag kennen wir das enorme Ausmaß von Gewalt gegen Frauen: In Deutschland werden jede Woche durchschnittlich drei Frauen von ihrem ehemaligen oder aktuellen Partner getötet.                

Die Verantwortung für die einzelnen Gewalttaten trägt jeder Täter. Sie sind aber nur die Spitze des Eisberges von Gewalt gegen Frauen. Wir alle sind gefragt, gegen Strukturen vorzugehen, die Frauen tagtäglich benachteiligen und Gewalt gegen sie befördern. Deshalb brauchen wir einen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel, der Gewalt auch in der familiären Privatsphäre hinterfragt und bekämpft.

Nach mehr als 40 Jahren feministischen und frauenpolitischen Kampfes gibt es noch immer viel zu tun: Noch immer ist das Hilfesystem nicht ausreichend ausgestattet, zum Beispiel mangelt es an Frauenhausplätzen. Noch immer sind Frauen nach einer Trennung nicht ausreichend geschützt.

Wir fordern das Land Schleswig-Holstein daher auf, mehr Frauenhausplätze zu schaffen und für eine effektivere Umsetzung der Gewaltschutzgesetze einzustehen.

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