Satzung Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein

Satzung des Landesverbandes Frauenberatung Schleswig-Holstein e. V.

1. Name, Sitz, Geschäftsjahr

(1) Der Verband trägt den Namen Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein (LFSH).

(2) Der Verband hat seinen Sitz in Kiel.

(3) Der Verband soll in das Vereinsregister eingetragen werden. Nach der Eintragung führt er zu seinem Namen den Zusatz e. V.

(4) Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

2. Zweck des Verbandes

Zweck des Verbandes ist es, die Chancengleichheit von Frauen und Mädchen zu fördern und ihre Lebenssituation zu verbessern, indem er im Bundesland Schleswig-Holstein Träger zusammenschließt, die in ihren Einrichtungen Frauen und Mädchen mit psychischen, körperlichen und sexuellen Gewalterfahrungen beraten und begleiten sowie in Krisen und Problemsituationen oder bei Fragen zum Erhalt oder zur Wiedererlangung der körperlichen und psychischen Gesundheit unterstützen.

Der Verband gewährleistet Information und Austausch, fördert die Qualitätssicherung in der Beratungsarbeit sowie die Öffentlichkeitsarbeit und Weiterbildung zu frauenspezifischen Themen insbesondere Gewalt gegen Frauen und Mädchen und vermittelt Betroffenen landesweit Beratungsangebote.

Der Verband unterstützt die Kooperation und Netzwerkarbeit feministischer Einrichtungen und Initiativen, die Kriseninterventionen und Beratung hinsichtlich der körperlichen und psychischen Gesundheit von Frauen anbieten und / oder die schwerpunktmäßig im Bereich Gewalt gegen Mädchen und Frauen arbeiten.

Der Verband setzt sich für die Förderung der gesellschaftlichen Gleichberechtigung ein und trägt so zur gesellschaftlichen und politischen Bewusstseinsbildung bei. Er fördert die Verbesserung des Unterstützungs- und Beratungsangebotes für Frauen und Mädchen, die aufgrund einer körperlichen, geistigen, seelischen Beeinträchtigung oder aufgrund ihrer Herkunft, sexuellen Ausrichtung oder sozialer Bedingungen benachteiligt sind.

Der Satzungszweck wird dadurch verwirklicht, dass der Verband sich für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzt, insbesondere für den Abbau von körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt sowie struktureller Gewalt zum Nachteil von Mädchen und Frauen.

Der Verband vertritt die Mitgliedsorganisationen auf Landes- und Bundesebene.

3. Gemeinnützigkeit

Der Verband verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke im Sinne des Abschnitts „steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordung.

Der Verband ist selbstlos tätig. Er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Die Mitgliedsorganisationen erhalten keine Zuwendung aus den Mitteln des Verbandes.

Die Mittel des Verbandes dürfen nur für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden.

Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

Die Mitglieder erhalten bei ihrem Ausscheiden oder bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins keine Anteile des Vereinsvermögens.

4. Der Verband ist weder parteipolitisch noch konfessionell gebunden.

5. Mitgliedschaft

(1) Der Verband hat Mitglieder, Fördermitglieder und Ehrenmitglieder.

(2) Mitgliedsorganisationen können alle gemeinnützigen und / oder mildtätigen Träger mit denjenigen Einrichtungen werden, die den Satzungszweck des Landesverbandes Frauenberatung Schleswig-Holstein e. V. unterstützen und die Ethikrichtlinien des Bundesverbandes der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe Frauen gegen Gewalt e. V. (bff) als Leitlinie für ihre Arbeit anerkennen. Das Stimmrecht der Mitgliedsorganisation in allen Gremien des LFSHs muss von den Mitarbeiterinnen der oben genannten Einrichtungen wahrgenommen werden.

(3) Für die Mitgliedschaft ist ein Mitgliedsbeitrag zu entrichten. Die Höhe des Beitrags wird vom Verbandsrat festgelegt.

(4) Der Antrag auf Mitgliedschaft ergeht schriftlich an die Geschäftsstelle. Über die Aufnahme entscheidet der Verbandsrat.

(5) Die Mitgliedschaft erlischt

  • durch schriftliche Austrittserklärung gegenüber der Geschäftsstelle oder
  • durch Ausschluss.

Der Ausschluss kann erfolgen, wenn eine Mitgliedsorganisation die durch die Satzung übernommenen Verpflichtungen verletzt oder das Ansehen des Verbandes in erheblicher Weise schädigt. Ebenso kann ein Ausschluss erfolgen, wenn die Mitgliedsbeiträge nicht gezahlt werden. Der Ausschluss wird vom Verbandsrat beschlossen. Der betreffenden Mitgliedsorganisation muss vor der Beschlussfassung Gelegenheit zur Rechtfertigung bzw. Stellungnahme gegeben werden.

6. Organe des Verbandes

Der Landesverband hat folgende Organe:

(1)Vorstand

(2) Beirat

(3) Verbandsrat

(4) Mitgliederversammlung

6.1 Der Vorstand

(1) Der Vorstand besteht aus mindestens drei Frauen, die nach Möglichkeit die unterschiedlichen strukturellen Bereiche der Mitgliedsorganisationen (Fachberatungsstellen und Notrufe sowie ländliche und städtische Regionen) repräsentieren.

(2) Die Frauen werden von der Mitgliederversammlung für die Dauer von drei Jahren in den Vorstand gewählt. Mindestens zwei der amtierenden Vorstandsfrauen bleiben nach Ablauf ihrer Amtszeit solange im Amt, bis Nachfolgerinnen gewählt und im Vereinsregister eingetragen sind. Die Wiederwahl ist möglich. Bei Ausfall einer Vertreterin während der Wahlperiode ist durch den Verbandsrat eine neue zu berufen.

(3) Der Vorstand hat folgende Aufgaben:

  • Vertretung der Entscheidungen der Mitgliederversammlung und des Verbandsrates gegenüber der Geschäftsstelle und nach außen
  • Dienst- und Fachaufsicht über die Geschäftsführung
  • Personaleinstellung und -entwicklung der Geschäftsführung
  • Haushaltsplanung, Mittelverwaltung und Kassenprüfung

(4) Die Entscheidungsverfahren und -befugnisse des Vorstands werden in der Geschäftsordnung geregelt.

(5) Der Vorstand bestellt zur Organisation der laufenden Geschäfte eine Geschäftsführung nach § 30 BGB.

(6) Jede der Vorstandsfrauen kann den Verein gerichtlich und außergerichtlich vertreten und gemäß §26 BGB rechtsverbindliche Unterschriften leisten.

(7) Der Vorstand haftet dem Verein nicht für einfache Fahrlässigkeit.

(8) Die Arbeit im Vorstand darf mit einer Aufwandsentschädigung abgegolten werden.

6.2 Der Beirat

(1) Der Beirat besteht aus mindestens drei Verbandsrätinnen, die nach Möglichkeit die unterschiedlichen strukturellen Bereiche der Mitgliedsorganisationen (Fachberatungsstellen und Notrufe sowie ländliche und städtische Regionen) repräsentieren.

(2) Die Verbandsrätinnen werden von der Mitgliederversammlung für die Dauer von drei Jahren in den Beirat gewählt. Mindestens zwei der amtierenden Beiratsfrauen bleiben nach Ablauf ihrer Amtszeit solange im Amt, bis Nachfolgerinnen gewählt sind. Bei Ausfall einer Vertreterin während der Wahlperiode ist durch den Verbandsrat eine neue zu berufen. Die Wiederwahl ist möglich.

(3) Der Beirat hat folgende Aufgaben:

  • Vertretung der Entscheidungen der Mitgliederversammlung und des Verbandsrates gegenüber dem Vorstand, der Geschäftsstelle und nach außen
  • Fachaufsicht über die Geschäftsführung
  • Beratung bei Personaleinstellung und -entwicklung der Geschäftsführung
  • Die Entscheidungsverfahren und -befugnisse des Beirats werden in der Geschäftsordnung geregelt.
  • Die Arbeit im Beirat darf mit einer Aufwandsentschädigung abgegolten werden.

6.3 Der Verbandsrat

(1) Der Verbandsrat besteht aus mindestens acht Frauen; maximal aus einer Mitarbeiterin je Mitgliedsorganisationen.

(2) Die Verbandsrätinnen werden von den Mitgliedsorganisationen in den Verbandsrat delegiert. Die Mitarbeit im Verbandsrat ist personell gebunden. Jede Verbandsrätin hat eine Vertreterin aus ihrer Einrichtung.

(3) Der Verbandsrat hat folgende Aufgaben:

  • Entscheidung über die fachliche und politische Ausrichtung des Verbandes sowie seine Vorgehensweisen
  • Entscheidung über die Ausgestaltung der inhaltlichen Arbeit der Geschäftsstelle
  • Bildung von Fachausschüssen, Initiierung und Unterstützung von Fachgruppen
  • Gewährleistung des Informationsflusses zwischen Mitgliedsorganisationen und Geschäftsstelle
  • Vertretung der Mitgliedsorganisationen auf Landes- und Bundesebene
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Qualitätssicherung und Profilentwicklung für den Verband und die Mitgliedsorganisationen
  • Positionierung in frauenpolitischen Belangen
  • Finanzakquise für den Landesverband
  • Beratung des Vorstandes und Beirats in der Ausübung der Dienst- und Fachaufsicht über die Geschäftsführung
  • Aufnahme und Ausschluss eines Mitgliedes, eines Fördermitgliedes und Ernennung eines Ehrenmitgliedes
  • Erarbeitung und Fortschreibung der Geschäftsordnung
  • Festsetzung der Höhe und Fälligkeit des Mitgliedsbeitrags
  • Verteilung von Zuständigkeiten und Aufgaben innerhalb des Verbandsrats
  • Wahlvorschlag an die Mitgliederversammlung von Frauen für den Vorstand
  • Wahlvorschlag an die Mitgliederversammlung von Verbandsrätinnen für den Beirat

(4) Die Entscheidungsverfahren und -befugnisse des Verbandsrats werden in der Geschäftsordnung geregelt.

(5) Der Verbandsrat ist der Mitgliederversammlung gegenüber rechenschaftspflichtig.

(6) Satzungsänderungen, die von Aufsichts-, Gerichts- und Finanzbehörden, aus formalen Gründen verlangt werden, können die Verbandsrätinnen von sich aus vornehmen. Die Satzungsänderungen sind durch die nächste Vollversammlung öffentlich zu machen.

(7) Einzelne Aufgaben kann der Verbandsrat delegieren.

(8) Verbandsrätinnen können mit sich selbst im eigenen Namen Geschäfte abschließen.

(9) Die Arbeit im Verbandsrat darf mit einer Aufwandsentschädigung abgegolten werden.

6.4 Die Mitgliederversammlung

(1) Die Mitgliederversammlung besteht aus den Mitgliedern gemäß 5 der Satzung.

(2) Die Mitgliederversammlung hat folgende Aufgaben:

  • Richtungsentscheidungen des Verbands laut Satzung
  • die Annahme oder Änderung der Satzung
  • die Auflösung des Verbands
  • die Wahl der Vorstandsfrauen;
  • die Wahl der Beiratsfrauen;
  • die Entgegennahme des schriftlichen Rechenschaftsberichtes zur Beschlussfassung über die Genehmigung und Entlastung des Vorstands und des Beirats.

(3) Die Entscheidungsverfahren und -befugnisse der Mitgliederversammlung werden in der Geschäftsordnung geregelt.

7. Auflösung des Vereins und Anfall des Vermögens

Im Falle einer Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke soll das nach Liquidation verbleibende Vereinsvermögen dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein e. V. zukommen, der es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige oder mildtätige und frauenspezifische Zwecke zu verwenden hat.